Mainhardt
Ortwin Köhler M.A.
Vortragsreihe des Römermuseums Mainhardt 2026: „China und Rom - zwei antike Mächte im Austausch“
Vortragsreihe vom 01.05.-02.10.2026 (Römermuseum Mainhardt – Die Limes-Cicerones)
Die Vortragsreihe im Römermuseum Mainhardt findet in den Sommermonaten regelmäßig am ersten Freitag im Monat in Mainhardt im Römermuseum statt.
Die Vorträge beginnen jeweils um 19:00 Uhr und dauern etwa 1,5 bis 2 Stunden mit anschießender anregender Gesprächsrunde im Museum.
- 01. Mai 2026:
Prof. Dr. Dietmar Högel: "Der Neckar-Odenwald-Limes" +++beendet+++
Im Stadtkreis Stuttgart sowie in den Landkreisen Heilbronn, Ludwigsburg und Esslingen haben die Römer Spuren hinterlassen, die mit ihrer Grenze am mittleren Neckar in Zusammenhang stehen. Ca. 70 Jahre lang verlief hier die Trennlinie zwischen der römischen Welt und dem so genannten Barbaricum. Heute steht der Neckarlimes im Schatten der jüngeren, vorderen Limeslinie, die seit 2005 zum Weltkulturerbe gehört. Folgen Sie einer virtuellen Reise entlang den sechs Römerkastellen am Neckar: von Köngen über Cannstatt, Benningen, Walheim, Heilbronn-Böckingen bis Wimpfen im Tal! Und erfahren Sie, warum die Römer ausgerechnet am Mittleren Neckar einen Teil der Grenze ihres Weltreichs errichtet haben. - 05. Juni 2026:
Ortwin Köhler M.A.: „China und Rom - zwei antike Mächte im Austausch“
Das Römische Reich dehnte sich über den gesamten Mittelmeerraum aus und beinhaltete auch beinahe ganz Westeuropa. Allein militärische Stärke war es nicht, das einen Stadtstaat in Mittelitalien für mehrere Jahrhunderte zentraler Punkt eines Machtgefüges bleiben ließ, sondern das Kooperations-Netz aus verschiedensten Völkern und Kulturen, sowie der florierende Handel. Auf der anderen Seite der Weltkugel bestand ebenfalls ein Imperium ähnlich dem Römischen. Kannten sich diese Kulturen? Hatten sie vielleicht sogar miteinander zu tun? In diesem Vortrag werden die beiden antiken Imperien kurz vorgestellt und dann auf Austauschpotenzial und -wege eingegangen. - 03. Juli 2026:
Christian Schweizer: "Die Tierwelt in der Antike"
Flora und Fauna in der Antike… waren nicht nur Gottheiten, sondern die mystische und reale Natur. Zumal in der Helvetischen Einöde oder den Hercynischen Wäldern, wimmelte es vor hilfreichen und doch auch gefährlichen Wesen und Gewächsen. Als Haustiere genutzt, beliebt und allbekannt – als Wildtiere unberechenbar und fremd. Zum Teil unbekannte Pflanzen fanden in der Ernährung, der Medizin, der Religion, aber auch in der Kunst einen Platz. Wie sah die Natur in der Antike im Imperium Romanum aus? Von den Klimazonen Schottlands bis an den Rand der Sahara, vom Atlantik bis ans Kaspische Meer … Welche Auswirkungen und Bedeutung hatte die Natur für die Menschen?
Wir wollen uns ein Bild speziell über die Tierwelt machen, Schwerpunkt dabei das zentrale Westeuropa bis zum Limes: Für den Nachweis eines Klimaeinflusses auf geschichtliche Ereignisse und Prozesse oder Naturereignisse, sind zumeist Rekonstruktionen erforderlich, die Temperatur, Niederschlag und andere Klimadaten auf einzelne Jahre genau angeben. Diese sind jedoch, besonders für die Region des Römischen Reiches, bislang nur rudimentär vorhanden. Eine Rekonstruktion der Temperaturen der letzten 2000 Jahre nördlich 30°N zeigt deutlich eine wärmere Periode von 0–300 n. Chr., die etwa 0,5 °C höher als das Mittel der Jahre 1961–1990 war, das RÖMISCHE OPTIMUM! Moderne Wissenschaft, so die Archäozoologie, die Archäobotanik, werten Knochenfunde, Speisereste und Tierbestattungen, sowie Reste von Tieropfern aus. Die Kunst, Mosaike und Malereien, Darstellungen von Dionysiuskulten berichten ebenso von der Fauna, wie Schriftquellen, Kochbücher und Kriegsberichte … rrinnern wir uns nur an die berühmten Gänse auf dem Kapitol! - 07. August 2026:
Sarah Roth M.A.: „Der größte römische Pferdefriedhof Süddeutschlands - Einblick in die Grabungen 2024/2025“
Der sogenannten Schindanger des Reiterkastells von Stuttgart-Bad Cannstatt ist bereits seit rund 100 Jahren bekannt. Achtzehn Equidenskelette wurden ab den 1920er Jahren in dem Areal rund 300 m nördlich des Kastells entdeckt und damals bereits der hier im 2. Jh. n. Chr. stationierten Ala zugeordnet. Eine neue Rettungsgrabung ermöglichte 2024/2025 weitere, flächige Untersuchungen im Umfeld und ergab über 100 weitere Skelette! Der somit größte römische Pferdefriedhof Süddeutschlands verspricht durch archäozoologische und naturwissenschaftliche Analysen einen neuen Blick auf die Militärpferde der Nordwestprovinzen. - 04. September 2026:
Andreas Schaflitzl M.A.: „Wein, Schafe, Lautenklänge - neue Erkenntnisse zum Leben im römischen Vicus von Munningen“
Im Jahr 2009 fanden im Vorfeld des Baus einer Umgehungsstraße in Munningen Ausgrabungen in der Zivilsiedlung des Kastells statt. Erstmalig konnten Grabungen im rein zivil geprägten Teil von Munningen durchgeführt werden, die es ermöglichten dem römischen Alltag der Bewohner des antiken Losodica näher zu kommen. Neben diversen Brunnen und Latrinen, die aufgrund ihrer hervorragenden Erhaltungsbedingungen Einblicke in die Speisekarten vor rund 2000 Jahre ermöglichten wurde auch ein kultisch genutztes Gebäude eines mit Brandopferplatz entdeckt. Nach einer fragmentarischen Bauinschrift zeichnet sich hierfür ein collegium, also ein Verein verantwortlich. Die Auswertung der Fundstücke brachte zudem spannende Details zum Vorschein die ein buntes Bild der Gesellschaft im 2.Jh n.Chr. zeichnen und weitere Einblicke in die Geschichte des Ortes zulassen. - 02. Oktober 2026:
Horst Geiger: „Die Römer in Ägypten“
Ein Reisebericht des Referenten mit Bildern und Filmsequenzen: Die vom Reisebüro Karawane (LB) im November 2023 angebotene Reise "von den Pharaonen zu den Römern" wurde unter fachlicher Führung durch Herrn Prof. Dr. Sonnabend von der UNI Stuttgart und Aladin Osman, dem lokalen Reiseführer, begleitet.
Die Reise begann in Alexandria, führte über die Oase Fayoum zum Qarum-Tempel nach Kairo und Assuan (per Inlandflug). Von Assuan ging es über das "verlegte" Abu Simbel über eine "kleine" Kreuzfahrt auf dem Nil zurInsel Elephantine. Über die "große" Kreuzfahrt ab Assuan auf dem Nil fuhren wir die verschiedenen Tempel von Philae, Kom Ombo und Edfu an. Anschließend ging es weiter nach Luxor. Selbstverständlich besichtigten wir dabei auch das Tal der Könige und den Terassentempel der Königin Hatschepsut und die Memnonkolosse und die Tempelanlage von Karnak. Am folgenden Tag ging es nach Dendara mit dem Hathor-Tempel aus der ptolemäischen Zeit mit den römischen Kaiserbauherrn u.a. Tiberius, Nero und Trajan. Auch Kleopatra ist dort abgebildet. Nächstes Ziel war Abydos, als eine der ältesten Kultstätten Ägyptens - dem Hauptort des Osiris-Kultes. Mit einem Inlandflug ging es von Luxor weiter wieder nach Kairo. Das Nationalmuseum war erstes Ziel. Danach besichtigten der Altstadt mit dem römischen Turm und den Ruinen von Fustat - der ersten Stadtgründung des arabischen Kalifen Omar. Seine Festung wurde zur Moschee umgebaut. Am folgenden Tag erwartete uns der Ausflug zu Pyramiden. Leider war das neue Museum - The Grand Egyptian Museum - dort noch nicht eröffnet, aber man konnte schon die immense äußere Pracht des Gebäudes erkennen ...
Veranstalter: Römermuseum Mainhardt, Verband der Limes-Cicerones e.V.
Ort: Römermuseum Mainhardt, Hauptstraße 6, 74535 Mainhardt (in der kleinen Kapelle der Fürsten zu Hohenlohe-Bartenstein)
Beginn: jeweils 19:00 Uhr
Eintritt: 5,00 €

