Prof. Dr. hab. Jan Schuster / Stuttgart und Online
Die Fürstengräber von Kariv und die Beziehungen barbarischer Eliten zum römischen Kaiserreich
Ein Vortrag im Rahmen unserer Vortragsreihe 2025/26 in Stuttgart: "Fremde Nachbarn – Rom und die Germanen".
Römer und Germanen – zwei Kulturen, die über Jahrhunderte nebeneinander lebten, sich begegneten, bekriegten und beeinflussten. In unserer Vortragsreihe beleuchten die Referenten, was wir aus dem archäologischen Befund und archäologischen Funden über Austausch, Begegnungen und Reibungspunkte der beiden Kulturen herausfinden können.
Die Vortragsreihe mit fünf Vorträgen in Stuttgart findet begleitend zur gleichnamigen → Großen Sonderausstellung "Fremde Nachbarn – Rom und die Germanen" im Limesmuseum Aalen statt.
Prof. Dr. hab. Jan Schuster ist Leiter des Department of Prehistory, Faculty of Philosophy and History, University of Łódź, PL.
Der Nekropole Kariv in der Westukraine kann man ohne Übertreibung die Rolle eines Schlüsselfundes für die Forschungen zur Römischen Kaiserzeit allgemein und zu den barbarisch-römischen Beziehungen im Besonderen zubilligen.
2017 wurden dort zwei Grablegen des späten zweiten Jahrhunderts n. Chr. freigelegt. Während Grab 1 Fragmente einer römischen Amphore, eines Terra Sigillata-Gefäßes mit applizierter Verzierung, einen starkzersetzten Pferdeschädel samt Zaumzeug vom Typ Vimose, fünf eiserne Pfeilspitzen, eine rituell verbogene Eisenschere, eine fragmentarische Schildfessel, das Fragment eines Schildbuckels, zwei angeschmolzene und zerbrochene Bügelsporen aus Bronze sowie Gürtelbeschläge enthielt, verdient Grab 2 aufgrund seines Inventars die forschungsgeschichtlich fest etablierte Bezeichnung „Fürstengrab“.
Als Urne diente ein Bronzekessel mit drei Attaschen in Form von Germanen mit Suebenknoten. Als zweites Metallgefäß barg das Grab einen Eimer mit Frauenkopfattaschen, ferner zwei Glasbecher mit Ovalschlifffacetten, zwei ineinander gestellte Glasschalen sowie ein fünftes Glasgefäß, das so stark zersetzt war, dass es nicht geborgen werden konnte. Als weitere Beigaben sind vor allem emailverzierte Trinkhornbestandteile aus Kupferlegierung zu nennen. Diese Funde zeigen eine herausragende Position des einstigen Besitzers in seinem Umfeld und auch im überregionalen Maßstab an. Die Gräber können in die Zeit während der Markomannenkriege oder kurz danach datiert werden und stehen mit diesen Ereignissen sicher in einem ursächlichen Zusammenhang.

Veranstalter: Gesellschaft für Archäologie in Baden-Württemberg e.V. in Kooperation mit dem Landesmuseum Württemberg
Ort: Landesmuseum Württemberg, Reinhold Würth Saal, Altes Schloss - Schillerplatz 6, 70173 Stuttgart und Online
Karte/Ortsplan: zum → Veranstaltungsort in OpenStreetMap
Beginn: 18.00 Uhr (Hinweis: neue Uhrzeit)
Teilnahme: kostenfrei - um eine Spende zur Kostendeckung wird gebeten (Stichwort: Vortragsreihe Stuttgart)
Hinweis: Die Veranstaltung wird als Hybrid-Veranstaltung durchgeführt. Der Präsenzvortrag wird dabei zeitgleich als Live-Stream im Internet über ClickMeeting übertragen aber nicht aufgezeichnet.
Online-Anmeldung
Falls Sie nicht in Präsenz teilnehmen können, nutzen Sie möglichst bis 1 Tag vor Beginn des Hybrid-Vortrags das nachfolgende Formular für Ihre Anmeldung. Es enthält alle 5 Vorträge der Vortragsreihe. Sie erhalten automatisch eine Eingangsbestätigung mit einem Link und ggf. eine Event-ID zur jeweiligen Veranstaltung an Ihre angegebene E-Mail-Adresse. Vielen Dank.
+++ die Freischaltung des Online-Formulars zur Anmeldung für die Online-Teilnahme erfolgt Anfang Oktober 2025 +++
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