Dr. Jonathan Scheschkewitz und Markus Theile / Stuttgart und Online
Der wiederentdeckte Infanterie-Stützpunkt "Spitzäcker" der Ulmer Reichsfestung in Ulm-Lehr
Ein Vortrag im Rahmen unserer Vortragsreihe 2026/27 in Stuttgart: "Archäologie der Moderne".
Immer mehr Grabungen untersuchen Fundstellen aus dem 18., 19. oder 20. Jahrhundert. Die Archäologie der Moderne trägt dieser Arbeit Rechnung und erforscht den Zeitraum vom Beginn der Industrialisierung bis zur Gegenwart. Anders als in früheren Epochen gibt es zusätzlich weitere Überlieferungen. Daher werden archäologische Bodenfunde aus diesem Zeitraum in einem Zusammenspiel mit anderen materiellen Quellen sowie mit bildlichen und schriftlichen Zeugnissen, audiovisuellen Aufzeichnungen und mündlichen Überlieferungen auf ihren spezifischen Aussagewert hin analysiert.
Dr. Jonathan Scheschkewitz ist Referats- und Fachgebietsleiter für provinzialrömische, frühgeschichtliche, mittelalterliche und neuzeitliche Archäologie im Landesamt für Denkmalpflege, Esslingen. Markus Theile ist aktiv im Förderkreis Bundesfestung Ulm e.V., Ulm.
Im Sommer 2024 wird der Rasen auf dem Spielfeld des SC Lehr wieder mal gemäht. Und, wie so häufig, bemerkt der Abteilungsleiter auf dem Platz eine leichte Unebenheit. Als er diesmal aber zum Spaten greift, um den Boden wie gewohnt auszugleichen, fällt das Grasbüschel nach unten weg - und mitten auf dem Fußballplatz entsteht ein mindestens drei Meter tiefes Loch. Er informiert sofort das städtische Gebäudemanagement und nach den ersten Untersuchungen ist klar: hier besteht ein größeres Problem. Der Sportplatz wird gesperrt.
Die älteren Einwohner von Ulm-Lehr wissen noch, dass der Infanterie-Stützpunkt "Spitzäcker" in den 1960er Jahren zugeschüttet und anschließend darauf der Sportplatz errichtet wurde. Dass unter dem grünen Rasen jedoch ein Geheimnis schlummert, hatte wohl keiner geahnt (aus: → Schwäbische vom 14. April 2025).
In ihrem Vortrag berichten die beiden Referenten eindrucksvoll von den folgenden archäologischen Untersuchungen im wiederentdeckten Infanterie-Stützpunkt „Spitzäcker“ der Ulmer Reichsfestung, der von 1908 bis 1910 als Erweiterung des Festungsgürtel der Bundesfestung Ulm entstand und offensichtlich 1947 durch amerikanische Soldaten teilweise gesprengt wurde.
Veranstalter: Gesellschaft für Archäologie in Baden-Württemberg e.V. in Kooperation mit dem Landesmuseum Württemberg
Ort: Landesmuseum Württemberg, Reinhold Würth Saal, Altes Schloss - Schillerplatz 6, 70173 Stuttgart und Online
Karte/Ortsplan: zum → Veranstaltungsort in OpenStreetMap
Beginn: 18.00 Uhr
Teilnahme: kostenfrei - um eine Spende zur Kostendeckung wird gebeten (Stichwort: Vortragsreihe Stuttgart)
Hinweis: Die Veranstaltung wird als Hybrid-Veranstaltung durchgeführt. Der Präsenzvortrag wird dabei zeitgleich als Live-Stream im Internet über ClickMeeting übertragen aber nicht aufgezeichnet.
Online-Anmeldung
Falls Sie nicht in Präsenz teilnehmen können, nutzen Sie möglichst bis 1 Tag vor Beginn des Hybrid-Vortrags das nachfolgende Formular für Ihre Anmeldung. Es enthält alle 5 Vorträge der Vortragsreihe. Sie erhalten automatisch eine Eingangsbestätigung mit einem Link und ggf. eine Event-ID zur jeweiligen Veranstaltung an Ihre angegebene E-Mail-Adresse. Vielen Dank.
Wir freuen uns über Ihre Teilnahme.

