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Gesellschaft für Archäologie in Württemberg und Hohenzollern e.V.

Prof. Dr. Harald Floss, Dr. Ewa Dutkiewicz M.A., Dr. René Hirner / Heidenheim a. d. Brenz

Anfänge der Kunst. Eiszeitkunst der Schwäbischen Alb - Vortragsabend 2

Ein Vortrag im Rahmen der zweiteiligen Vortragsreihe 2020 zum UNESCO-Welterbe über die "Anfänge der Kunst. Eiszeitkunst der Schwäbischen Alb" des Fördervereins Eiszeitkunst im Lonetal in Heidenheim a.d.B.

Prof. Dr. Harald Floss, Ältere Urgeschichte und Quartärökologie, Universität Tübingen, Dr. Ewa Dutkiewicz, Museum für Vor- und Frühgeschichte der Staatlichen Museen, Berlin, Dr. René Hirner, Leiter Kunstmuseum Heidenheim

Die neue Reihe soll die Einzigartigkeit der Funde verdeutlichen, die im Vogelherd und an weiteren Fundhöhlen im Lone- und Achtal ergraben wurden. Was von der UNESCO als Welterbe ausgezeichnet wurde, ist von kaum zu unterschätzender Bedeutung für die Entwicklung der Menschheit. „Anfänge der Kunst“ ist Titel der Vortragsreihe, in der hochrangige Referenten die „Eiszeitkunst der Schwäbischen Alb“, ihre Bedeutung und ihre Folgen reflektieren. Zum Auftakt dieser Reihe kommen drei renommierte Wissenschaftler nach Heidenheim.

Vortragsabend 2

Nach einer Einführung durch den Tübinger Urgeschichtler Prof. Dr. Harald Floss, wird Dr. Ewa Dutkiewicz, über die "Kunst als Sprache der Gesellschaft" referieren.

In der menschlichen Kulturentwicklung spielte Kunst immer eine wesentliche Rolle. In diesem Vortrag spüren wir der Fra-ge nach, welche Funktion Kunst in menschlichen Gesellschaften ausübt. Die Höhlen der Schwäbischen Alb mit ihren ältesten Belegen für figürliche Kunst von vor über 40.000 Jahren erlauben uns einmalige Einblicke in das früheste Kunstschaffen. Ausgehend von diesen betrachten wir weitere Beispiele aus der Steinzeit und vormoderner Jäger und Sammler-Gesellschaften. Dabei wird klar, dass Kunst eine Art Sprache der Gesellschaft ist – frei nach dem Motto: ein Bild sagt mehr als tausend Worte.

Den zweiten Vortrag an diesem Abend hält der Leiter des Kunstmuseums Dr. René Hirner. Sein Thema lautet: "Eiszeitkunst und die Moderne am Beispiel Willi Baumeisters"

Die Eiszeitkunst spielt im Werk von Willi Baumeister (1898 – 1955), einem bedeutenden Vertreter der abstrakten Kunst in Deutschland, eine zentrale Rolle. Unter dem Eindruck der Grabungen auf der Schwäbischen Alb setzt sich der Künstler Mitte der 1930er Jahre intensiv mit der Eiszeitkunst auseinander und ändert nachhaltig seinen Stil. Aus dem Konstruktivisten der 1920er Jahre wird ein abstrakter Maler mit organoider Formensprache, dessen Kunst im Nachkriegsdeutschland große Erfolge feiert. Der Vortrag klärt über die allgemeinen Voraussetzungen für die Rezeption der Eiszeitkunst in der Moderne auf und zeigt die Einflüsse dieser Kunst auf Baumeisters Werkentwicklung.

Veranstalter: Förderverein Eiszeitkunst im Lonetal e.V. in Kooperation mit der Stadt Heidenheim und dem Kunstverein Heidenheim

Ort: Stadtbibliothek Heidenheim, Margarete-Hannsmann-Saal, Willy-Brandt-Platz 1, 89522 Heidenheim

Beginn: 19.00 Uhr

Eintritt: frei / um Spenden wird gebeten

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