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Gesellschaft für Archäologie in Württemberg und Hohenzollern e.V.

Prof. Dr. Nicholas Conard, Prof. Dr. Thomas Junker, Dr. Miriam Haidle / Heidenheim a. d. Brenz

Anfänge der Kunst. Eiszeitkunst der Schwäbischen Alb - Vortragsabend 1

Ein Vortrag im Rahmen der zweiteiligen Vortragsreihe 2020 zum UNESCO-Welterbe über die "Anfänge der Kunst. Eiszeitkunst der Schwäbischen Alb" des Fördervereins Eiszeitkunst im Lonetal in Heidenheim a.d.B.

Prof. Nicholas J. Conard, Ph.D., Ältere Urgeschichte und Quartärökologie, Universität Tübingen, Prof. Dr. Thomas Junker, Geschichte der Biowissenschaften, Universität Tübingen, Dr. Miriam Haidle, PD, Paläoanthropologie, Universität Tübingen

Die neue Reihe soll die Einzigartigkeit der Funde verdeutlichen, die im Vogelherd und an weiteren Fundhöhlen im Lone- und Achtal ergraben wurden. Was von der UNESCO als Welterbe ausgezeichnet wurde, ist von kaum zu unterschätzender Bedeutung für die Entwicklung der Menschheit. „Anfänge der Kunst“ ist Titel der Vortragsreihe, in der hochrangige Referenten die „Eiszeitkunst der Schwäbischen Alb“, ihre Bedeutung und ihre Folgen reflektieren. Zum Auftakt dieser Reihe kommen drei renommierte Wissenschaftler nach Heidenheim.

Vortragsabend 1

Nach einer Einführung durch den Tübinger Urgeschichtler Prof. Dr. Nicholas Conard, dem Neuausgräber vom Vogelherd, wird der Tübinger Prof. Dr. Thomas Junker über „Die Evolution der Phantasie: Warum der Mensch zum Künstler wurde“ referieren.

Der Vortrag führt ins Zentrum der Genese von scheinbar vordergründig zweckfreien Gegenständen wie kleine Skulpturen, Schmuck oder Musik-Instrumenten, die den Menschen aber erst zum „modernen Menschen“ gemacht haben. Kinder singen und tanzen, sie malen Bilder und erzählen Geschichten – und sie tun dies freiwillig, mit großer Ernsthaftigkeit und mit Freude. Als Erwachsene führen sie ihre Spiele dann oft fort und wenn sie einem Publikum gefallen und vor der Kritik bestehen, nennen wir sie Kunst. All dies ist so vertraut, dass man leicht übersieht, wie ungewöhnlich dieses Verhalten aus biologischer Sicht ist. Wann und warum sind die künstlerischen Talente und Interessen in der Evolution entstanden? Haben sie einen direkten Nutzen für das Überleben oder entstanden sie als entbehrlicher Nebeneffekt? Sind es kulturelle Erfindungen oder reine Lusttechnologien? Und was bedeutet dies für die Zukunft der Kunst? Denn Evolution ist Wandel: Verhaltensweisen entstehen, verändern sich und können wieder verschwinden. Der Vortrag wird schildern, was sich aus Sicht der Evolutionsbiologie zur Entstehung der Kunst sagen lässt und eine mögliche Erklärung vorstellen.

Den zweiten Vortrag an diesem Abend hält die Tübinger Privatdozentin Dr. Miriam Haidle. Ihr Thema: „Vom Schaffen eines Bildes - kognitive Grundlagen einer bedeutenden menschheitsgeschichtlichen Entwicklung“.

Altsteinzeitliche Kunst ist ein vielschichtiges Phänomen. Deutlich sichtbar wird es erst vor nicht einmal 50.000 Jahren. Die kleinen Elfenbeinfiguren aus dem Lone- und Achtal gehören dabei zu den frühesten und beeindruckendsten Stücken. Die Entfaltung verschiedenartiger geistiger Fähigkeiten ermöglichte diese neue menschliche Ausdrucksform. Der Vortrag zeichnet die grundlegenden Entwicklungen von Wahrnehmung, Reflexion und Kommunikation und ihren Ursprung im Tun nach.

Anmeldung

Wir bitten Sie um Ihre Anmeldung bis zum 06.02.20 per E-Mail unter veranstaltungen@ksk-heidenheim.de.

Wir freuen uns, Sie zur neuen Vortragsreihe begrüßen zu dürfen.

 

Veranstalter: Förderverein Eiszeitkunst im Lonetal e.V. in Kooperation mit der Kreissparkasse Heidenheim

Ort: Kreissparkasse Heidenheim im Hallamt „Haus des Kunden, 3. OG, Olgastraße 2, 89518 Heidenheim

Beginn: 19.00 Uhr

Eintritt: frei / um Spenden wird gebeten

Hinweis/Parken: Bitte beachten Sie, dass das Parkhaus der Schloss Arkaden nur bis 21 Uhr geöffnet ist.

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