Dipl.-Ing. Patrice Wijnands / Stuttgart und Online
Dekonstruktion des Westwalls – Deutung und Bedeutung einer im zerstörten Zustand überlieferten militärischen Infrastruktur der NS-Epoche
Ein Vortrag im Rahmen unserer Vortragsreihe 2026/27 in Stuttgart: "Archäologie der Moderne".
Immer mehr Grabungen untersuchen Fundstellen aus dem 18., 19. oder 20. Jahrhundert. Die Archäologie der Moderne trägt dieser Arbeit Rechnung und erforscht den Zeitraum vom Beginn der Industrialisierung bis zur Gegenwart. Anders als in früheren Epochen gibt es zusätzlich weitere Überlieferungen. Daher werden archäologische Bodenfunde aus diesem Zeitraum in einem Zusammenspiel mit anderen materiellen Quellen sowie mit bildlichen und schriftlichen Zeugnissen, audiovisuellen Aufzeichnungen und mündlichen Überlieferungen auf ihren spezifischen Aussagewert hin analysiert.
Dipl.-Ing. Patrice Wijnands ist Ehrenamtlicher Beauftragter im Landesamt für Denkmalpflege und 1. Vorsitzender des Vereins zur Erhaltung der Westwall-Anlagen VEWA e.V., Karlsruhe.
Archäologische Funde eröffnen Fenster in die Vergangenheit. Doch welche Erzählung und welche Deutung daraus entstehen, hängt auch von der Gesellschaft ab, die durch dieses Fenster blickt. Das gilt in besonderem Maße für den Umgang der Bundesrepublik mit den Bunkerruinen der NS-Epoche, deren Wahrnehmung und Interpretation sich im Laufe der vergangenen Jahrzehnte mehrfach verändert haben.
Was lässt sich aus einer Bunkerruine oder den freigelegten Resten von „Uferkasematten“ am Rheinufer ablesen, das Literatur und Akten bislang nicht erkennen ließen? Wie sahen die Bunker des „Limesbauprogramms“ in den Rheinhochwasserschutzdämmen tatsächlich aus?
Der Vortrag gibt einen Überblick über den aktuellen Forschungsstand zu den Befestigungssystemen „Westbefestigungen“, „Westwall“ und „LVZ-West“ und stellt bisherige auch archäologische Erkenntnisse vor. Zugleich wird die Entwicklung der Forschung in den vergangenen zwei Jahrzehnten betrachtet. Dabei zeigt sich, dass sich unser Bild dieser Anlagen deutlich differenziert hat – während zugleich manche Vorstellungen und Mythen aus der NS-Propaganda bis heute fortwirken.
Veranstalter: Gesellschaft für Archäologie in Baden-Württemberg e.V. in Kooperation mit dem Landesmuseum Württemberg
Ort: Landesmuseum Württemberg, Reinhold Würth Saal, Altes Schloss - Schillerplatz 6, 70173 Stuttgart und Online
Karte/Ortsplan: zum → Veranstaltungsort in OpenStreetMap
Beginn: 18.00 Uhr
Teilnahme: kostenfrei - um eine Spende zur Kostendeckung wird gebeten (Stichwort: Vortragsreihe Stuttgart)
Hinweis: Die Veranstaltung wird als Hybrid-Veranstaltung durchgeführt. Der Präsenzvortrag wird dabei zeitgleich als Live-Stream im Internet über ClickMeeting übertragen aber nicht aufgezeichnet.
Online-Anmeldung
Falls Sie nicht in Präsenz teilnehmen können, nutzen Sie möglichst bis 1 Tag vor Beginn des Hybrid-Vortrags das nachfolgende Formular für Ihre Anmeldung. Es enthält alle 5 Vorträge der Vortragsreihe. Sie erhalten automatisch eine Eingangsbestätigung mit einem Link und ggf. eine Event-ID zur jeweiligen Veranstaltung an Ihre angegebene E-Mail-Adresse. Vielen Dank.
+++ die Freischaltung des Online-Formulars zur Anmeldung für die Online-Teilnahme erfolgt Anfang Januar 2027 +++
Wir freuen uns über Ihre Teilnahme.

