Museum für Urgeschichte und Eiszeitkunst (URMU)
Sonderausstellung "Federleicht und Forschungsschwer. Entdecke die Miniaturvögel der Eiszeitkunst"
Museum für Urgeschichte und Eiszeitkunst (URMU)
Kirchplatz 10
89143 Blaubeuren
→ Öffnungszeiten
April bis Oktober: Dienstag bis Samstag, Sonn- und Feiertage 10:00 bis 17:00 Uhr, Montag geschlossen
November bis März: Dienstag bis Freitag 10:00 bis 12:00 Uhr, Samstag und Sonntag 11:00 bis 16:00 Uhr, Feiertage und Schulferien 11:00 bis 16:00 Uhr, Montag geschlossen
An Feiertagen, die auf einen Montag fallen, ist das Museum geöffnet. Am 24. bis 26. Dezember, Silvester, Neujahr und Karfreitag geschlossen
Sonderausstellung
Die Eiszeitkunst der Schwäbischen Alb ist um zwei Figuren reicher geworden. Einem archäologischen Grabungsteam der Universität Tübingen ist ein spektakulärer Fund gelungen. Zwei in Größe und Ausarbeitung einzigartige Vogelfiguren aus Mammutelfenbein ergänzen nun die Eiszeitkunst der Schwäbischen Alb. Sie sind ein Beweis dafür, wie bewusst die Menschen vor 40.000 Jahren ihre Umwelt wahrgenommen haben. Die Figuren zeigen nicht nur Vögel, sondern fangen auch unterschiedliche Verhaltensweisen ein – und das im Kleinstformat.
Es handelt sich um eine fast vollständige Darstellung eines ruhenden, vielleicht brütenden, Vogels und um die Darstellung eines Vogels mit ausgebreiteten Flügeln, dessen linker Flügel jedoch abgebrochen ist und aufgrund fehlender Teile nicht angesetzt werden kann. Sie werden auf ca. 40.000 Jahre vor heute datiert.
Sie stammen zwar aus der gleichen Schicht, dennoch ist unklar, ob sie tatsächlich zusammengehören oder ob Generationen sie trennen. Sie wurden etwa eineinhalb Meter entfernt voneinander gefunden.
Die Formgebung des liegenden Vogels erinnert an ein Schneehuhn. Es könnte sich um ein brütendes Tier handeln. Auch im Zusammenhang mit Paarungsbereitschaft, der Tarnung vor Fressfeinden oder dem Schutz vor eisigen Temperaturen ist eine solche Körpersprache bei Schneehühnern oder anderen fasanenartigen Vögeln zu beobachten.
Die Interpretation des Vogels mit ausgebreiteten Flügeln ist etwas schwieriger. Sowohl Körpersprache als auch Formgebung lassen sich keiner bestimmten Vogelart eindeutig zuordnen. Es ist möglich, dass ein Vogel dargestellt ist, der auf dem Wasser landet oder seine Flügel trocknet. Balz- oder Imponierverhalten sind ebenfalls denkbar.
Mit diesen beiden herausragenden Funden wird die Darstellung von Vögeln charakteristisch für die Eiszeitkunst am Hohle Fels – ein Standort, der bereits vor 40.000 Jahren mit seiner Nähe zu Fluss, See und Felshängen wichtige Lebensräume für Vögel bot.
Das Museum: 1965 wurde das Urgeschichtliche Museum Blaubeuren (seit 2026 "Museum für Urgeschichte und Eiszeitkunst") in einem Raum des „Spitals zum Heiligen Geist“ eröffnet. Prof. Gustav Riek von der Universität Tübingen wollte die Fundstücke und Ergebnisse seiner Ausgrabungen in der Brillenhöhle und der Großen Grotte der Öffentlichkeit zugänglich machen. Die Stadt Blaubeuren richtete daraufhin eine kleine Ausstellung ein und übernahm die finanzielle Trägerschaft.
Aus dieser Keimzelle hat sich das Museum bis heute weiter entfaltet. Nach diversen Um- und Erweiterungsbauten ist das Museum (URMU) Zweigmuseum des Archäologischen Landesmuseums Baden-Württemberg. Es ist das zentrale Schwerpunktmuseum für die Altsteinzeit in Baden-Württemberg und Forschungsmuseum der Universität Tübingen. Ausgestellt ist das eiszeitliche Leben am Rand der Schwäbischen Alb vor 40.000 Jahren. Höhepunkte sind die älteste Kunst und die ältesten Musikinstrumente der Menschheit mit Originalfunden aus der Region. Prominentestes Exponat ist das Original der „Venus vom Hohle Fels“. Heute wird das Museum getragen von der Stiftung Urgeschichtliches Museum & Galerie 40tausend Jahre Kunst Blaubeuren.
Mit der räumlichen Erweiterung und der Präsentation von Originalen der Eiszeitkunst in der Fundregion wird das Museum seiner Rolle als zentrales Informationszentrum für das UNESCO-Welterbe "Höhlen und Eiszeitkunst der Schwäbischen Alb" gerecht.
→ www.urmu.de (Stand: 03.02.26)

