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Gesellschaft für Archäologie in Württemberg und Hohenzollern e.V.

Museum für Urgeschichte und Eiszeitkunst (URMU)

Sonderausstellung "Abgedruckt – Hand- und Fußabdrücke in der Steinzeit"

Museum für Urgeschichte und Eiszeitkunst (URMU)
Kirchplatz 10
89143 Blaubeuren

urmu.de

→ Öffnungszeiten
April bis Oktober: Dienstag bis Samstag, Sonn- und Feiertage 10:00 bis 17:00 Uhr, Montag geschlossen
November bis März: Dienstag bis Freitag 10:00 bis 12:00 Uhr, Samstag und  Sonntag 11:00 bis 16:00 Uhr, Feiertage und Schulferien 11:00 bis 16:00 Uhr, Montag geschlossen

An Feiertagen, die auf einen Montag fallen, ist das Museum geöffnet. Am 24. bis 26. Dezember, Silvester, Neujahr und Karfreitag geschlossen

Sonderausstellung

Wir gehen unseren Weg, Schritt für Schritt – eine Selbstverständlichkeit des Alltags. Doch wenn wir innehalten und zurückblicken, offenbart sich etwas Erstaunliches: Fußspuren, die über Millionen Jahre hinweg überdauerten, Handabdrücke an Höhlenwänden, deren rote Farbe seit Jahrtausenden leuchtet. Was heute selbstverständlich erscheint, ist das Ergebnis einer langen evolutionären Geschichte – und zugleich Zeugnis eines tief menschlichen Bedürfnisses, Spuren zu hinterlassen.

Die Ausstellung „Abgedruckt" lädt zu einer Spurensuche durch Raum und Zeit ein. Sie führt von den etwa 3,6 Millionen Jahre alten Fußabdrücken in Laetoli, Tansania, die vom aufrechten Gang früher Vormenschen erzählen, bis zu den rätselhaften Handbildern in Höhlen Europas, Asiens und Amerikas. Dabei verbindet sie zwei Motive, die dasselbe bezeugen: Menschen waren hier. Die Fußspuren im Vulkanstaub dokumentieren Bewegung, Flucht vielleicht, einer kleinen Familie. Die Handbilder an Felswänden hingegen – selten als Positiv, sehr häufig Negativ, einzeln oder in dichten Ensembles – scheinen bewusst gesetzt: als Geste, als Zeichen, als Verbindung mit dem Ort.

Wie lassen sich diese Spuren heute lesen? Die Ausstellung beleuchtet unterschiedliche Forschungsansätze: Von der kriminaltechnischen Analyse der Papillarleisten über die Untersuchung von Maltechniken und Farbzusammensetzungen bis zur Zusammenarbeit zwischen Archäologie und indigenem Wissen, wie im Projekt „Tracking in Caves". Hier arbeiteten Wissenschaftler mit namibischen Fährtenlesern zusammen, um 17.000 Jahre alte Spuren in französischen Höhlen zu deuten. Solche interdisziplinären Perspektiven eröffnen neue Zugänge: Sie machen die Individualität der Menschen sichtbar, die einst durch diese Höhlen gingen oder ihre Hände an den Felsen legten. Zugleich werfen sie grundlegende Fragen auf: Warum wurden bestimmte Orte aufgesucht? Welche Bedeutung hatten die Handbilder – Schutzgeste, Ritual, Kommunikation über Generationen hinweg?

„Abgedruckt" versteht sich als Einladung, diese offenen Fragen mitzudenken. Die Ausstellung zeigt, dass steinzeitliche Kunst kein europäisches Phänomen ist, sondern weltweit auftritt – vom Newspaper Rock in den USA bis nach Chile und Argentinien, zu den Frobenius-Kopien indonesischer Felskunst. Sie macht deutlich, dass das Bedürfnis, sich selbst auszudrücken und Zeichen zu setzen, tief in der menschlichen Natur verankert ist. Und sie lädt dazu ein, die eigene Hand zu betrachten: einzigartig, ausdrucksstark, verbindend – ein Werkzeug, ein Kommunikationsmittel, ein Zeichen ohne Namen, das durch die Jahrtausende spricht.

 

Das Museum: 1965 wurde das Urgeschichtliche Museum Blaubeuren (seit 2026 "Museum für Urgeschichte und Eiszeitkunst") in einem Raum des „Spitals zum Heiligen Geist“ eröffnet. Prof. Gustav Riek von der Universität Tübingen wollte die Fundstücke und Ergebnisse seiner Ausgrabungen in der Brillenhöhle und der Großen Grotte der Öffentlichkeit zugänglich machen. Die Stadt Blaubeuren richtete daraufhin eine kleine Ausstellung ein und übernahm die finanzielle Trägerschaft.

Aus dieser Keimzelle hat sich das Museum bis heute weiter entfaltet. Nach diversen Um- und Erweiterungsbauten ist das Museum (URMU) Zweigmuseum des Archäologischen Landesmuseums Baden-Württemberg. Es ist das zentrale Schwerpunktmuseum für die Altsteinzeit in Baden-Württemberg und Forschungsmuseum der Universität Tübingen. Ausgestellt ist das eiszeitliche Leben am Rand der Schwäbischen Alb vor 40.000 Jahren. Höhepunkte sind die älteste Kunst und die ältesten Musikinstrumente der Menschheit mit Originalfunden aus der Region. Prominentestes Exponat ist das Original der „Venus vom Hohle Fels“. Heute wird das Museum getragen von der Stiftung Urgeschichtliches Museum & Galerie 40tausend Jahre Kunst Blaubeuren.

Mit der räumlichen Erweiterung und der Präsentation von Originalen der Eiszeitkunst in der Fundregion wird das Museum seiner Rolle als zentrales Informationszentrum für das UNESCO-Welterbe "Höhlen und Eiszeitkunst der Schwäbischen Alb" gerecht.

www.urmu.de (Stand: 03.02.26)

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